Warum weniger Kinder auch eine Antwort auf das Klimaproblem sein könnten.

Bevor ihr mir jetzt den Kopf abreißt muss ich Eines klarstellen: Alles wird heißer gekocht als es gegessen wird! Denn die Autorin Verena Brunschweiger hat dem ZDF mit ihren klaren Worten nur hohe Einschaltquoten beschert.

In diesem Beitrag geht es nicht darum dafür zu werben, dass ab sofort keiner mehr Kinder bekommen soll. Ganz im Gegenteil. Kinder kriegen ist etwas Schönes und der Wunsch vieler Menschen. Es geht darum ein Bewusstsein zu schaffen, dass jeder Mensch, welcher neu auf unsere Welt kommt Wünsche, Rechte und Ansprüche auf (endliche) Ressourcen hat, um ein erfülltes und glückliches Leben zu leben. Und da ist der Knackpunkt. Vielen Menschen ist stellenweise gar nicht bewusst, welche Konsequenz es für unseren Planeten haben kann viele Kinder in die Welt zu setzen.

Die Frage ist ja auch immer was passiert, wenn alle so handeln würden wie man selbst. Klar ist das ein stark ethischer Ansatz, der schon so von Immanuel Kant kommuniziert wurde. Auch bekannt unter dem Kategorischen Imperativ – für alle Nerds hier unter uns. Ich bin übrigends auch einer. Aber bisschen akademischen Anspruch an uns selbst dürfen wir ja haben.

Mein Anliegen ist es mit diesem Beitrag einen neuen Fokus auf das Thema zu lenken und zum Diskutieren einzuladen.

Überbevölkerung

Es ist kein Geheimnis: Die Bevölkerung der Erde nimmt von Tag zu Tag zu. Laut dem Quarks Magazin können wir jedes Jahr ca. 80 Mio. Neugeborene auf der Erde begrüßen. Alles Menschen, die konsumieren müssen, um zu leben. Das Bevölkerungswachstum hat zweifelsohne Einfluss auf den menschengemachten Klimawandel. Besonders in wohlhabenderen Ländern haben die Pro-Kopf-Emissionen die meisten Auswirkungen auf den Klimawandel. Und allein durch den technischen Wandel sowie innovativen Lösungen komme man nicht weiter.1 Gerade die Kombination aus wohlhabendem (Industrie-) Land und wachsender Bevölkerung ist keine Gute.

Diese Kurve gibt mir ein sehr seltsames Gefühl

An dieser Stelle melden sich jetzt bestimmt Besserwisser zu Wort und sagen mir, dass in wohlhabenden Industrieländern die Geburtensrate rückläufig ist. Ja, das nehme ich auch so an. Aber wenn diese Länder dann Initiativen bewerben wieder mehr Babys zu zeugen und das auch noch durch staatliche Anreize unterstützen auf der anderen Seite aber höchst klimaneutral werden wollen, verstehe ich die Welt nicht mehr. Genau diese Zusammenhänge muss man verstehen lernen, um die Klimafrage umfassend und zukunftsorientiert beantworten zu können.

Birth-Strike-Movement

In England hat sich eine Bewegung entwickelt, die auf der einen Seite gefeiert auf der anderen jedoch stark kritisiert wird: Die Birth-Strike-Bewegung. Die britische Sängerin Blythe Pepino hat die Bewegung aus der Motivation heraus gegründet mehr den Fokus darauf zu legen beim Kinderkriegen auch an die Umwelt zu denken. Die Bewegung wird oft missverstanden und es kommen Artikel in die Presse, die suggerieren die Anhänger wollten jedem verbieten Kinder zu kriegen. Und wer sich nicht dran halte, der werde der Umweltverschmutzung schuldig gemacht.2 Aber das ist vollkommener Blödsinn. Die Bewegung möchte ein Zeichen setzen. Für die nachhaltige Auseinandersetzung mit der Frage, welche Folgen das Kinderkriegen für den Planeten hat. Auch die Selbstbestimmung der Frau spielt eine Rolle, da diese oft mit der Frage konfrontiert werden, wann sie Kinder bekommen wollen und nicht ob. Die Bewegung setzt sich auch für den Vorschlag ein mehr Kinder zu adoptieren und so nachhaltig seinen Teil zur Armutsbekämpfung in der Welt beizutragen. Ich finde den Gedanken überhaupt nicht abwägig obwohl viele diese Möglichkeit schon kategorisch ausschließen. Wenn sich aber das Denken der Leute verändert und Familien offener der Idee gegenüber werden Kinder zu adoptieren statt Eigene zu bekommen, hat man schon viel erreicht. Wie mit allem müsst ihr hier wieder eure eigene Meinung bilden, ich für meinen Teil finde es sehr spannend.

Ich habe euch mal eine Arte Doku beigefügt, die das Thema sehr anschaulich zusammenfasst.

Bildung und Aufklärung von zentraler Bedeutung

Entwarnung kann aber gegeben werden. Denn man kann nicht behaupten, dass die Weltbevölkerung auch in Zukunft weiter ins unermässliche steigen wird. Wie oben schon kurz angeschnitten nimmt in bestimmten Teilen der Welt die Geburtenrate auch ab. Und die Antwort auf diese Entwicklung ist schlicht und ergreifend: die Bildung. Mit zunehmender Bildung und Wohlstand nimmt die Geburtenrate ab und pendelt sich auf ein Normalniveau ein. Ich meine es ist jetzt kein Geheimnis, dass so Einige denen Empfängnisverhütung ein Begriff ist eher kontrollieren können ein Baby zu zeugen. Wobei auch hier immer betrachtet werden muss, je wohlhabender und gebildeter ein Land, umso eher haben diese auch eine voll entwickelte Industrie und pro Kopf höheren CO2 – Ausstoß. Der Zusammenhang von Geburtenrate und ökologischem Fußabdruck einer Nation ist entscheidend. Es bleibt komplex.

Bumsen mit Umweltbewusstsein

Auch wenn ich in der Form keine finale Allheilmittellösung vorschlagen kann möchte ich zu guter Letzt jedoch eins loswerden: Ob und wie viele Kinder ihr am Ende des Tages in diese Welt setzt ist euch überlassen. Ich stehe für individuelle Freiheit und daher sollte jeder das Recht haben sich seine Lebensträume zu erfüllen. Jedoch möchte ich mit meinem Beitrag einen Denkanstoß geben und dazu anregen sich vielleicht auch mal mit dem Thema Überbevölkerung, Klima und Nachhaltigkeit in Bezug aufs Kinderkriegen auseinander zu setzen. Und zusätzlich geht es ja auch nicht darum das Bumsen verbieten – das wäre ja schrecklich. Nein! Es geht darum den Fortpflanzungsakt mit mehr Sinn und Verstand zu vollziehen und sich den Folgen des eigenen Handelns bewusst zu werden. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausprobieren!

1 Quarks (2018)

2 The Guardian (2019)

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